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Begleitend zu einer Sonderausstellung hat das Museum einen Band mit einer umfangreichen Chronik und zahlreichen Artikeln zur Geschichte der Stadt herausgegeben.

Den reich bebilderten Band (196 Seiten, 404
farbige Abb.; 18,50 EUR) schicken wir gern zu.
Geschichte der Stadt Anklam
von den Anfängen bis zur Gegenwart
- 1. Jh. v. Chr.
- Der
bislang älteste Beleg für eine germanische Besiedlung ist ein Grabungsfund.
- 7./ 8. Jh.
- Slawische Einwanderung in das Gebiet des Peeneurstromtales.
- 8./ 9. Jh.
- Im Bereich des heutigen Pferdemarktes entsteht eine slawische Siedlung.
- um 1150
- Vermutlich entsteht in der Nähe des slawischen Handelsplatzes "Na chlum" der bedeutende Fernhandelsplatz Groswin.
- ab 1184
- Colonisten aus deutschen Ländern werden angesiedelt. Unter anderem entstehen durch sie ein Markt und verschiedene Straßen, darunter die Wollweberstraße.
- 1185
- Die Burg Groswin wird vernichtet.
- 1191
- Die Siedlung bekommt eine starke Mauer.
- 1243
- Anklam wird erstmals erwähnt. Ein "Albertus scultetus
in Tanchlim" ist Zeuge einer herzöglichen Beurkundung.
Der Name des Ortes stammt aus dem Altpolabischen (Westslawischen) und erscheint in zahlreichen Varianten, unter anderem auch als Tanchlym, Tanglim, Tanclam, Anclem, Danglyn.
8. 6. 1264
- Die "burgenses in civitate nostra Tanglym com[m]ora[n]tes" (die Bürger, die in der Stadt Anklam wohnen) werden vom Herzog Barnim I. von jedem Zoll befreit und erhalten das Recht,
auf allen seinen Gewässern ungehindert Schifffahrt zu betreiben.
Die Stadt wird erstmalig erwähnt.
1275
- Herzog Barnim I. bestätigt den Kauf des Gutes Tuchow,
welches die Stadt Tanclim (Anklam) von Hinric von Zagenze erworben
hat (südlich von Anklam). Das Gut wird abgebrochen, es
entsteht das "Nyge Feld".
1282
- Herzog Bogislaw IV. schenkt der Stadt Anklam das Dorf Rosenhagen.
27. 7. 1283
- Erstmalige Erwähnung Anklams als Hansestadt in einem
Gunstbrief des dänischen Königs Erich VII. von 1283 (Urkunde im Stadtarchiv Lübeck).
1285
- Herzog Bogislaw IV. schenkt für die vielen guten Dienste,
welche die Stadt Anklam ihm erwiesen hat, die Dörfer Pelsin,
Gellendin, Woserow und Bargischow.
1285
- Herzog Bogislaw IV. überträgt den Anklamer Bürgern
Johann Schjwadere und Hermann von Gützkow die "Oldanvir"
(Anklamer Fähre) und macht die Stadt zum Eigentümer
mit dem Recht, auf alle vorbeifahrenden Schiffen einen Zoll
zu erheben.
1295
- Herzog Otto I. verleiht der Stadt freie Aus- und Einfuhr
für ihren Hafen.
Hennig von Bugewitz (Neuenkirchen) entsagt seinen Ansprüchen
auf Moor, Wiesen und Wald bei Rosenhagen zwischen den Bächen
Swartebeke und Smerleke, dem Sarnestrom (Landgraben) und bis
zur Peene zu Gunsten der Stadt Tanglim (Anklam). Er erkennt die
Anklamer Grenze an. Die Stadt gehört nun zum Herzogtum Pommern-Wolgast.
1296
- Die Anklamer Marienkirche wird erstmalig erwähnt. Bereits
1257 existierte ein Gemeindepfarramt mit Pfarrer. Der heutige
Bau ist das Ergebnis einer Bautätigkeit über mehrere
Jahrhunderte, wobei die Hauptarbeit im 13. bis 15. Jahrhundert
geleistet wurde.
1302
- Herzog Bogislaw IV. verleiht allen Kaufleuten, die nach Wolgast
und Anklam handeln, Zollfreiheit und freies Geleit.
Herzog Bogislaw IV. überträgt die Anklamer Fähre
an die Anklamer Bürger Willeken Cröpelin und Heinrich
Willers Sohn, die sie nunmehr von der Stadt besitzen sollen.
1310
- In Anklam wird ein Augustiner-Kloster gegründet. Die Anhänger des Bettelordens errichten das Kloster in der Brüderstraße.
1312
- Der Damm nach Ziethen wird erstmals erwähnt: Er ist mit Steinen gepflastert.
1312
- Wartislaw IV. verleiht der Stadt für 100 Mark Silber
das Recht der freien Fahrt auf der Peene und Swine, Fischerei
im Haff und das Recht, herzogliche Vasallen gefangen zu nehmen.
1319
- Herzog Wartislaw IV. schließt ein Landfriedensbündnis
mit dem Land und den Städten Greifswald, Demmin und Anklam.
1320
- Die Herzöge Otto I. und Wartislaw IV. erklären,
Greifswald, Demmin, Anklam und Stargard schadlos halten zu wollen,
für die Befreiung anderer Städte vom Zoll. Wartislaw
IV. verleiht den Städten Demmin, Anklam und Greifswald
freie Schifffahrt auf der Swine und Peene.
1322
- Anklamer Truppen unterstützen den Herzog im Kampf gegen
den Raubritter Bernhard Nienkerken in Bugewitz. Seine Burg wird
zerstört. In der Folge (1331) erwirbt Anklam die Ortschaft Bugewitz.
- 1325
- Die Stadt erhält das Recht, eigene Münzen zu prägen.
1331
- Otto I. und Barnim III. überlassen der Stadt Anklam die
Dörfer Bugewitz und Grünberg und die Heidemühle.
1338
- König Waldemar III. von Dänemark bestätigt
den Anklamer Kaufleuten das Recht des freien Heringsfangs vor
der Halbinsel Schonen. Sie dürfen dazu bei Falsterbo ihre
Vitten (Handelsniederlassungen) aufbauen.
Prior Otto und der Konvent der Dominikaner in Greifswald und
Bruder Heinrich, ein Franziskaner daselbst, errichten in Anklam
ein Hospital. Gegen Ersetzung der Kosten überlassen sie
das Haus der Stadt.
1343
- König Magnus von Schweden und Norwegen bestätigt
Anklam die Vitte in Falsterbo.
1353
- Am 2.1.1353 wird die älteste bisher bekannte Verfassung
beschlossen, die auch für die Städte Stralsund, Greifswald
und Demmin gilt. Danach wird jede Stadt von drei Bürgermeistern
und 24 Ratsherren geleitet. Damit dürfen Anklamer Bürger
nicht vor auswärtige Gerichte gestellt werden.
1361-1369
- Anklam beteiligt sich am Hansekrieg gegen Waldemar III. von
Dänemark.
1364-1370
- Die Stadt hat ihre ersten Fehden mit denen von Schwerin-Spantekow.
Die Herzöge Bogislaw V., Kasimir IV., Wartislaw VI. und
Bogislaw VI. schließen einen Sühnevertrag zwischen
Anklam und den Schwerinern zu Spantekow. (1370)
1384
- Bis auf die Marienkirche und einige in der Nähe liegende
Häuser brennt die ganze Stadt ab. 25 Jahre später
ist Anklam wieder aufgebaut.
1387
- Soziale Spannungen führen zum Aufbegehren der Zünfte
gegen den patrizischen Rat. Es soll zur Ermordung des Bürgermeisters
Hartwig Thobringh und aller anwesenden Ratsherren gekommen sein.
1394
- Anklam beteiligt sich an der von der Hanse eingeleiteten Jagd
auf die Vitalienbrüder (Seeräuber).
1399
- Der Rat von Stralsund schließt mit Greifswald, Anklam
und Demmin einen Vertrag zur Bekämpfung des Räuberunwesens.
1412
- Der Hohe Stein wird erstmalig erwähnt.
1417
- Heinrich von Schwerin-Spantekow wird von Anklamer Truppen
gefangen genommen und in den Vangenturm gesperrt. Er muß
Urfehde schwören.
- 1424
- Erneut wird Anklam durch einen Brand vollkommen zerstört.
- 1427
- Anklam wird zeitweilig aus der Hanse ausgeschlossen, da sich
die Stadt nicht am zweiten Feldzug gegen Dänemark beteiligt.
1428
- Die Herzöge Kasimir V., Wartislaw IX. und Barnim VII.
schließen mit Stralsund, Stettin, Greifswald, Anklam und
Demmin einen Vertrag über Münzprägung.
1438
- Fehde mit Mecklenburg-Stargard. Ritter Wedoge Ribe fällt
in die Anklamer Feldmark ein und verursacht großen Schaden.
1448
- Bürgermeister Arndt Kölpin errichtet bei der Kapelle
zum "Heiligen Leichnam" in der Baustraße - die
noch bis 1945 bestehende - Stiftung für die Versorgung älterer
Bürger.
1451
- Das Haus der Tuchmacher, das heute einzige noch erhaltene Giebelhaus, wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt.
1457
- Erneuerung des 1339 geschlossenen Vier-Städte-Bündnisses
zur Verwahrung gegen herzogliche Übergriffe.
1458-1461
- Größte Fehde mit dem Haus von Schwerin-Spantekow. Die Anklamer erleiden eine Niederlage in der Schlacht bei Drewelow (1459) - der Frieden zu
Görke fällt jedoch günstig für die Anklamer aus.
1462
- Der Pulverturm wird im Stadtbuch erstmals als "Vangentorm" erwähnt.
1465
- Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung des Raubschlosses
Neutorgelow.
1469
- Anklam unterstützt den Herzog im Kampf gegen Brandenburg.
1479
- Bogislaw X. nimmt Stralsund, Greifswald, Demmin und Anklam
in seinen besonderen Schutz, indem er ihren Handel, ihr Stadtrecht
und Eigentum zu wahren verspricht.
1482-1486
- Letzte Fehde mit den Schwerinen zu Altwigshagen.
1491
- Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung der Maltzahnschen
Burg Wolde.
1492
- Herzog Bogislaw X. bestätigt Anklam die Privilegien und
besonders das Recht, dass die Bürger nicht außerhalb
der Stadt vor Gericht gezogen werden dürfen.
1525
- Das Rathaus wird bei einem Brand zerstört. Der sofortige Neubau steht bis 1842 auf
dem Marktplatz.
1530
- Die Augustinermönche übergeben ihr Kloster der Stadt.
1534
- Bürgermeister und der Rat zu Stralsund versichern, dass
der Stadt Anklam ihre Rechte in Dänemark erhalten bleiben
sollen.
1535
- Einführung der neuen Kirchen- und Schulverfassung am
16.6.1535 durch Bugenhagen. In jeder Kirche sind zwei Pastoren
tätig, die beiden Lateinschulen werden zusammengelegt.
Nur noch eine Lateinschule, jetzt Ratsschule, wird es an der Nikolai-Kirche geben.
1537
- Der Rat von Anklam gibt Hans Masso, Jochim Pomelle und Thomas Klockow die
Vollmacht zur Wahrung ihrer Rechte an der Vitte zu Valsterbo.
1549
- Anklam gewährt Greifswald Zollfreiheit bei der Anklamer
Fähre. Anklam selbst erhält Zollfreiheit bei Kowall.
1555
- Gründung der ersten Anklamer Apotheke (Ratsapotheke) durch
"Meister Adam".
1565
- Durch die Pest sterben in Anklam 1600 Menschen, rund ein Drittel der Einwohner.
1570
- Die Befestigungsanlagen werden erneuert und ausgebaut, besonders am Steintor. In der Anklamer Ratskanzlei finden sich die ersten hochdeutschen Schriftstücke.
1570
- Für die Gelehrte Schule am Nikolaikirchhof gibt es einen Neubau,
der etwa bis 1765 stehen wird.
1575
- Für Chirurgen wird eine Amtsrolle eingeführt, welche deren Niederlassung
in Anklam regelt.
1580
- Von Jargelin aus wird eine Wasserleitung nach Anklam verlegt. Sie besteht aus hölzernen Rohren, die durch das Peenebett führen.
um 1580
- Die Nikolaikirche erhält ein Kupferdach.
1590
- Die hochdeutsche Schriftsprache wird vorzugsweise im Schriftverkehr
der Ratskanzlei genutzt.
1605
- Erneut bricht in Anklam die Pest aus, diesmal sterben rund 1400 Menschen.
1627-1629
- Im Dreißigjährigen Krieg wird Anklam von kaiserlichen
Truppen besetzt.
1630
- Nach der Landung der Schweden in Pommern wird auch Anklam von den Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf besetzt.
1634
- Anklam erhält seine igelförmigen Ausbauten, sogenannte Bastionen (Raveline).
1637
- Der Angriff kaiserlicher Truppen wird zunächst abgeschlagen, doch
im Herbst wird die Stadt erneut von kaiserlichen Truppen besetzt. Sie müssen
Anklam jedoch bald wieder verlassen, da keine Lebensmittel
mehr vorhanden sind. Die Bauernschaft
in den Stadtdörfern Pelsin, Gellendin, Woserow, Bargischow,
Gnevezin, Rosenhagen, Kosenow, Bugewitz, Heidemühl, Grönberg
(Leopoldshagen), Kalkstein, Kamp und Anklamer Fähre wird völlig vernichtet. Auch
das Kloster Stolpe wird zerstört. Zudem wütet wieder die Pest. Damit wird 1637 das bisher schwärzeste Jahr in der Geschichte der Stadt.
1648
- Anklam kommt im Westfälischen Frieden mit ganz Vorpommern
zu Schweden.
1653
- Anklam erhält von Schweden seine Stadtfreiheit.
1657
- Im Zuge des Erbfolgestreites zwischen Brandenburg und Schweden
werden die Dörfer des Kreises von Truppen des polnischen
Generals Czarnewski zerstört und niedergebrannt.
1659
- Erneut zerstört ein goßes Feuer etwa 100 Häuser an der Nordwestseite
der Stadt und die Heilige-Geist-Kirche.
1674-1676
- Der Stadt wird durch die Brandenburger
unter Kurfürst Friedrich Wilhelm belagert und besetzt. Nach der Besetzung durch die brandenburgischen Truppen 1679 besetzen die Schweden die Stadt.
1696
- Ein Brand vernichtet Großteile der Stadt.
1709-1710
- Das letzte Mal wütet die Pest in Anklam.
1711
- Im großen Nordischen Krieg (1700-1720) wird Anklam von Sachsen, Russen, Dänen, Polen und später auch Preußen besetzt.
1713
- Auf Anweisung des Zaren wird die Stadt vollständig geplündert. Sie entgeht nur knapp der Einäscherung, die als Vergeltung für die Zerstörung der Stadt Altona durch die Schweden gelten sollte.
1718
- Die Löwenapotheke wird durch Andreas Gottlieb Meyer gegründet.
1720
- Durch den Frieden von Stockholm wird Anklam fast 100 Jahre eine geteilte Stadt. Schweden muss den westlichen Teil Vorpommerns südlich der Peene an Preußen abtreten. Die Wesselsche Mühle am Peendamm wird als Rathaus des schwedischen Teils genutzt.
1722
- Als Folge der Kriege hat Anklam nur noch 1853 Einwohner.
1728
- Anklam wird Garnisonsstadt. In der Brüderstarße wird ein Lazarett errichtet.
1732
- Das Schützenhaus wird gebaut. Es wird später das Anklamer Theater.
1738
- Die im Brand von 1659 zerstörte Heilige-Geist-Kirche wird als Garnisonskirche wieder aufgebaut.
1750
- Das Pflanzen von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht wird verordnet.
1756-1763
- Im Siebenjährigen Krieg wird Anklam durch schwedische und preußische Truppen wiederholt besetzt und gebrandschatzt. Die Festungswerke der Nordseite werden geschleift. Um ihre Zerstörung zu verhindern, wird Anklam durch Friedrich II. zur offenen Stadt erklärt. Die Plantagen mit den über 28.000 Maulbeerbäumen werden vollkommen vernichtet.
1767
- Das neue Gebäude für die Gelehrte Schule am Nikolaikirchhof wird eingeweiht.
1784
- In Anklam wird ein Gasballon durch einen Herrn Hildebrand aus Greifswald steigen gelassen.
1806-1808
- Die Stadt wird von den Franzosen besetzt.
1808
- Mit der Steinschen Städtereform wird die städtische Verwaltung von 1353 verändert: Es gibt nur noch einen Bürgermeister statt drei. Ein Beigeordneter und ein Kämmerer, die bisher ehrenamtlich tätig waren, werden als Berufsbeamte eingesetzt.
1811
- Die bisherige "Gelehrte Ratsschule" wird bis 1816 als Realgymnasium mit nur noch vier Klassen weitergührt. Dann erhält sie bis 1847 die Bezeichnung "Höhere Bürgerschule".
1812
- Soldaten Napoleons ziehen durch Anklam.
1815
- Nach dem Wiener Kongress wird Vorpommern und damit auch Anklam wieder preußisch.
1821
- Der Anklamer Stadtpark (genannt Bluthslust) wird durch den Apotheker Kummer und den Kaufmann Bluth angelegt.
1827
- Die allgemeine Stadtschule wird gegründet. Das Gebäude in der Schulstraße wird eingeweiht.
1834
- Die erste Anklamer Zeitung, das "Gemeinnützige Anclamer Wochenblatt", erscheint.
1839
- Das erste Dampfschiff fährt auf der Peene.
1842
- Das alte Rathaus wird abgebrochen, obwohl kein Ersatzgebäude zur Verfügung steht. Bis 1876 befindet sich dann die städtische Verwaltung im aufgestockten früheren Garnisionslazarett in der Brüderstraße.
Die höhere Töchterschule wird im Gymnasialgebäude am Nikolai-Kirchhof eröffnet. 1864 bekommt sie ein neues Gebäude.
1844
- Neben dem Schützenhaus wird der Anklamer Turnplatz eingeweiht.
1845-1848
- Ein Armen- und Arbeitshaus auf dem St. Jürgen (Leipziger Allee, Feierabendheim) entsteht. Es wird ab 1851 als Frauengefängnis genutzt.
1846
- Weil es ein Verkehrshidernis ist, wird das Stolper Tor abgebrochen. Das Steintor entgeht diesem Schicksal durch die Initiative des Bürgermeisters Karl Friedrich Kirstein. Im gleichen Jahr werden die Buchdruckerei und Verlag Richard Poettcke gegründet.
1847
- Das Anklamer Gymnasium wird auf Initiative des Bürgermeisters Kirstein neu gegründet. Es wird bald zu einer bedeutenden Schule in Preußen, da Kirstein darum bemüht ist, die Lehrstühle mit anerkannten Lehrern zu besetzen.
1848
- Als Reaktion auf die Märzrevolution findet am 14. April die erste Stadtverordnetenversammlung mit "Zutritt für jeden anständigen Mann ohne vorherige Meldung" statt. Auch ein "Constitutioneller Club" wird gegründet.
Otto Lilienthal wird als eines von acht Kindern eines Tuchhändlers aus der Peenstraße geboren. 1849 kommt sein Bruder Gustav zur Welt, der ebenfalls sehr bekannt wird.
1849
- Die Städtische Sparkasse wird gegründet. An der Peene wird eine Badeanstalt eingerichtet. Der "Anklamer Volksfreund" wird vom Buchdrucker Zink herausgegeben.
1849-1874
- Prof. Dr. Spörer ist Lehrer am Anklamer Gymnasium. Seine Beobachtungen der Sonnenflecken vom Anklamer Pulverturm machen ihn zum noch heute bekannten Astronomen.
um 1850
- Täglich verkehren Dampfschiffe nach Demmin, Wolgast, Ueckermünde und Stettin.
1851
- In der Wollweberstraße wird das neue Gymnasium bezogen. Es gilt als Muster eines modernen Schulgebäudes in Preußen.
1852
- Der neue Friedhof am Schülerberg wird eingeweiht. Auch ein Gaswerk wird errichtet.
1853
- In Anklam findet die letzte Hinrichtung durch Enthauptung auf dem Hof am Steintor statt.
1855
- Die erste Anklamer Dampfmühle nimmt ihren Betrieb auf.
1857
- In Anklam brennt die erste Gaslaterne.
1860
- Die kreisfreie Stadt Anklam überschreitet die 10.000-Einwohner-Grenze.
1863
- Die Eisenbahn Pasewalk-Stralsund wird eröffnet.
1865
- In der Friedländer Straße wird das neue Gerichtsgebäude bezogen.
1867
- Durch das Ausheben des Richtgrabens (Torfgraben bei Schadefähre) wird nun auch größeren Schiffen die Zufahrt nach Anklam ermöglicht.
1869
- Die Brüder Helmut und Ludwig Münter bauen eine Eisengießerei auf. Sie wird der erste große Industriebetrieb der Stadt.
1870
- In der Friedländer Landstraße wird eine Kriegsschule eingerichtet.
1872
- Durch eine Sturmflut steht die Stadt vom Bollwerk bis in die unteren Teile der Peen- und Burgstraße unter Wasser.
1875
- Das Krankenhaus in der Ravelinstraße wird errichtet.
1876
- Das Rathaus wird nun in das dreistöckige Buschicksche Haus an der Peene verlegt. 1904 wird das Gebäude erweitert und erhält einen Uhrenturm.
1882
- In der Krähenstraße (Nikolaikirchstraße) wird die Mädchenvolksschule eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wird sie zerstört.
1883
- Die Pommersche Zuckerfabrik AG Anklam wird gegründet.
1884
- Nachdem der Marienkirchturm durch einen Blitzschlag abgebrannt war, erhält die Kirche nun einen wesentlich höheren Turm.
um 1890
- Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn wird gebaut.
1894
- Der Fernsprechverkehr wird in der Stadt aufgenommen.
1895
- Das Anklamer Warmbad wird eröffnet.
1897
- Ein Kaiserdenkmal wird auf dem Marktplatz eingeweiht. Allerdings wird es während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen.
1898
- Auf dem Gelände des Stadtwaldes wird eine eigene Radrennbahn errichtet.
1901
- In der Friedländer Landstraße wird eine katholische Kirche eingeweiht.
1905
- In der Baustraße wird der Neubau der Oberschule für Mädchen (Lyzeum) eröffnet. Im selben Jahr beginnt der Bau eines Lehrerseminars in der Leipziger Allee (seit 1926 Gymnasium) und der benachbarten Präparandenanstalt (Vorbereitungsschule auf das Lehrerseminar). Auch die Wasserleitung wird fertiggestellt.
1906
- Der erste Heimatkalender erscheint. In der Demminer Straße wird das Landratsamt bezogen.
1909
- In der völlig erneuerten Nikolai-Kirche wird wieder der Gottesdienst gefeiert. Sie ist zu einer der schönsten Kirchen Pommerns geworden.
1914
- In der Wördeländerstraße ist das Schulhaus fertiggestellt worden. Allerdings wird es aufgrund des Krieges zunächst als Lazarett genutzt. Auch der erste Teil des Hohenzollernparks ist zu Pfingsten fertig. Erweitert wird er in den Jahren 1919 und 1922.
1918
- Der Anklamer Arbeiter- und Soldatenrat wird gegründet. Am Folgetag wird der "Regierungssturz" mit einem Festumzug begangen.
1920
- Anklam erhält ein elektrisches Ortsnetz. Ein Jahr später gibt es dann auch elektrisches Licht.
1926
- Das ehemalige Lehrerseminar in der Leipziger Allee zieht nun das Gymnasium ein. Der frühere Exerzierplatz wird zum Stadtwäldchen aufgeforstet.
1927
- Die Abwasseranlage wird fertiggestellt. Über die Peene führt eine Klappbrücke, die nun dem Verkehr freigegeben wird. In der Leipziger Allee 27 eröffnet das Heimatmuseum.
1928
- Das Gefallenendenkmal - der bronzene Löwe - wird in der Anklamer Parkanlage aufgestellt.
1929
- Von der KPD wird die Ortszeitung "Der Pulverturm" herausgegeben.
1934
- Am 1. April gibt es ein Judenpogrom in der Stadt.
Neben eines Fliegerhorstes entstehen auch die SA-Sportschule, ein Arbeitsdienstlager und die Kreisschule der NSDAP.
1934-1937
- In der Hospitalstraße wird ein Krankenhaus gebaut.
1936
- Am Bollwerk entsteht der neue Getreidespeicher des Raiffeisenvereins.
1937
- Die Arado-Werke werden in den ehemaligen Hallen der Maschinenfabrik Muskate und Bethke eingerichtet und beginnen mit der Produktion.
1937-1939
- Links und rechts der Pasewalker Allee entsteht eine Siedlung mit über 1060 Wohnungen.
1938
- In der Stadt brennt die Synagoge.
1939
- Etwa 3.000 Baltendeutsche werden in das Gebiet um Anklam umgesiedelt, davon allein 800 in die Stadt direkt. Ein Jahr später werden sie nach Posen transportiert.
1939-1940
- Ein Gefängnis wird errichtet, das bis 1945 Militärstrafanstalt ist. In dieser Zeit werden über 100 Todesurteile im Gefängnis vollstreckt.
1940
- Über 200 neue Wohnungen entstehen am Reeperstieg und am Galgenberg. Im Februar des Jahres werden die Anklamer Juden ins Ghetto Piaski deportiert.
1943
- Auf die Arado-Werke Anklam wird am 9. Oktober der erste Luftangriff von der US Air Force geflogen. Fast 150 Gebäude werden zerstört, unter anderem auch die Turmhaube von St. Marien und alle Fenster von St. Nikolai. Über 300 Menschen sterben, zum Großteil Zivilisten.
1944
- Am 4. August wird Anklam erneut bombardiert. Ziel sind der Anklamer Flugplatz, Sanitz und die Arado-Werke. Es gibt 27 Tote und 66 Gebäude werden zerstört. Auch am 25. August werden wieder Bomben abgeworfen.
1945
- Am 29. April zieht die Rote Armee in Anklam ein. Die Stadt wird noch einmal durch die Wehrmacht beschossen und bombardiert. Am Ende sind über 70% der Stadt zerstört.
Noch im selben Jahr wird die Bodenreform im Kreis Anklam eingeführt. Die Stadt nimmt bis zum Juli 5.500 Umsiedler auf. Neben der Einrichtung eines Kreisgerichts werden auch die Anklamer Lichtspiele eröffnet.
Am 1. Oktober wird auch wieder der Unterricht in den Schulen aufgenommen.
1946
- Der Stadtkern soll wieder aufgebaut werden. Daher beschließt der Rat der Stadt, einen Wettbewerb zum Wiederaufbau auszuschreiben.
1949
- Ein Theater wird im Schützenhaus eingerichtet.
1952
- Neue Kreisgrenzen werden festgelegt. Anklam gehört nun zum Kreis Neubrandenburg. Am Markt wird das neue Rathaus bezogen und die Anklamer Brotfabrik beginnt mit ihrer Produktion.
1962
- Im neuen Stadtteil Südstadt werden die ersten Wohnblocks bezogen.
1968
- Die Volksschwimmhalle wird eröffnet. Sie ist die erste sogenannte "Volksschwimmhalle" in der DDR.
1978
- Siegmund Jähn und Waleri Bykowski, Besatzung der Weltraummission Sojus 31, besuchen Anklam. In diesem Jahr beschließt die Stadt, sich mehr als Geburtsstadt Lilienthals zu präsentieren.
1981
- Die zweigleisige Eisenbahnbrücke über die Peene wird ihrer Bestimmung übergeben.
1982
- Am Markt wird das von Walther Preik entworfene Otto-Lilienthal-Denkmal eingeweiht.
1989
- Anklam feiert sein 725-jähriges Bestehen. Das Museum im Steintor wird eröffnet.
1991
- Das Otto-Lilienthal-Museum wird eröffnet.
1994
- Anklam wird nach der Kreisgebietsrefom Kreisstadt des neuen Landkreises Ostvorpommern.
1995
- Bei Grabungen in der Wollweberstraße wird ein Münzschatz mit über 2.500 Silbermünzen gefunden. Er ist der bedeutendste Hortfund Norddeutschlands.
2004
- Der Markt wird nach seiner Neugestaltung eingeweiht. Zuvor gab es umfangreiche archäologische Untersuchungen.
2007
- Die Stadt beschließt den Wiederaufbau von der Nikolai-Kirche - der Taufkirche Otto Lilienthals - und das Projekt "Ikareum" als thematische Zukunft der Kirche.
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